31.01.12 | Neuregelung in Bezug auf Legionellen-Untersuchung

Untersuchungspflicht von Trinkwasser

Am 01. November 2011 trat die geänderte “1. Verordnung zur Änderung der TrinkwV” in Kraft. Dieses bringt eine Neuregelung, unter anderem in Bezug auf Legionellen-Untersuchungen. Betroffen sind alle Unternehmer und sonstige Inhaber einer Trinkwasserinstallation, in der sich eine Großanlage zur Trinkwassererwärmung nach der Definition der allgemein anerkannten Regeln der Technik befindet, sofern aus dieser Trinkwasser im Rahmen einer öffentlichen oder gewerblichen Tätigkeit abgegeben wird. Die Untersuchungspflicht besteht für Anlagen, die z.B. Duschen oder andere Einrichtungen enthalten, in denen es zu einer Vernebelung des Trinkwassers kommt (also nicht für das Handwaschbecken in Toiletten und Restaurants).

Der Untersuchungspflicht muss der Unternehmer und sonstige Inhaber einer Trinkwasserinstallation selbstständig einmal jährlich nachkommen. Sie besteht ausschließlich bei Anlagen, die Trinkwasser im Rahmen einer gewerblichen und öffentlichen Tätigkeit im Sinne der TrinkwV abgeben. Da eine Anzeigepflicht besteht, sind Abweichungen dem Gesundheitsamt anzuzeigen. Ob Maßnahmen notwendig sind, beurteilt das Gesundheitsamt nach dem technischen Maßnahme-Wert von 100 Legionellen kolonienbildenden Einheiten (KBE) pro 100 ml Trinkwasser. Ist dieser Wert erreicht oder überschritten, deutet dieses auf Mangel hin. Der Betreiber kann dann verpflichtet werden, eine Gefährdungsanalyse nebst Ortsbesichtigung durchzuführen.

Betroffen sind Unternehmer oder sonstige Inhaber einer Trinkwasser-Installation, welche eine Großanlage zur Trinkwassererwärmung betreiben, Trinkwasser im Rahmen einer gewerblichen Tätigkeit abgeben und die Duschen oder ähnliche Einrichtungen vorhalten, in denen es zu einer Vernebelung des Trinkwassers kommt (§ 14 Abs. 3 Trinkw. V. 2011).

Bei Nichtbeachtung droht ein Bußgeld. Werden durch die Nichtbeachtung Krankheitserreger im Sinne des Infektionsschutzgesetzes verbreitet, kann dies sogar strafrechtlich verfolgt werden! Damit wird den Gefahren, die mit einer Legionelleninfektion verbunden sein können, Rechnung getragen.

Für Trinkwasserinstallationen in Gebäuden fordert die neue Vorschrift explizit den Einsatz von geeigneten Sicherungseinrichtungen beim Anschluss von Apparaten an die Trinkwasserinstallation (z.B. Zahnarztpraxen, Lebensmittelbetriebe, etc.) oder bei der Verbindung mit Nichttrinkwasser-Anlagen (z.B. Wassernachspeisung von Heizungsanlagen).

Hier empfiehlt sich eine lückenlose schriftliche Dokumentation der (nicht nur jährlichen) Kontrollen (auch eigene, z.B. mit Biotestern), damit im Regressfall die Wahrnehmung der Verkehrssicherungspflichten nachgewiesen werden kann!

Großanlagen zur Trinkwassererwärmung sind Speicher-Trinkwassererwärmer oder zentrale Durchfluss-Trinkwassererwärmer mit einem Inhalt von mehr als 400 Liter. und/oder drei Liter in jeder Rohrleitung zwischen dem Abgang des Trinkwassererwärmers und der Entnahmestelle (vgl. DVGW-Arbeitsblatt W 551).

Erstmalig wurde innerhalb der EU für Uran ein Grenzwert auf 0,010 Milligramm pro Liter (der weltweit schärfste Grenzwert) festgelegt. Der Grenzwert für Cadmium wurde von 0,005 auf 0,003 Milligramm pro Liter abgesenkt. Ab Dezember 2013 gilt ein Blei-Grenzwert von 0,010 Milligramm pro Liter.

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